Darjeeling-Tee

Im Nordosten Indiens, an der Grenze zu Nepal, Bhutan und Bangladesch, befindet sich der Distrikt Darjeeling. Rund um die gleichnamige Stadt entfalten sich um die 100 Teegärten, die besten von ihnen in über 1.500 Metern Höhe. Die ersten Teegärten wurden in Darjeeling im Jahr 1860 angelegt. Als Urheber gilt der Engländer Arthur Campbell, der zuerst in seinem Garten begann, mit verschiedenen Teesorten zu experimentieren. Nach wie vor gehören die hier angebauten Tees zu den edelsten der Welt. Sein feines, facettenreiches Aroma verdankt der Darjeeling-Tee der besonderen Beschaffenheit der Teegärten. Durch die Höhenlage, das raue Klima und die Bodenbeschaffenheit wachsen die Teepflanzen hier langsamer als in anderen Lagen und verleihen dem Tee so seinen einzigartigen Geschmack.

Man unterscheidet beim Darjeeling-Tee verschiedene Pflückperioden, jede hat ihre eigene, unverwechselbare Geschmacksnote. Bereits im März beginnt die Ernte mit der Frühjahrspflückung, dem ersten Trieb (First Flush). Er zeichnet sich durch sein feines, mildes Aroma und seine goldgelbe Farbe in der Tasse aus. Ein Teil der ersten Ernte wird als so genannter „Flugtee“ per Flugzeug exportiert. Durch den schnellen Transport wird der Tee kaum durch die klimatischen Verhältnisse vor Ort wie zum Beispiel die hohe Luftfeuchtigkeit beeinflusst. So kommen Teeliebhaber in den Genuss eines besonders frischen und unverfälschten Tees. Die Sommerpflückung (Second Flush) findet von Juni bis Juli statt und ergibt ein kräftigeres, abgerundetes Aroma sowie eine bernsteinfarbene Tassenfarbe.  Die Tees der Herbstpflückung (Autumnal) werden nach der Monsunzeit von Oktober bis Mitte Dezember geerntet und entfalten einen leichten, feinen Geschmack mit weniger Aromafülle als die ersten beiden Pflückungen. Die Tassenfarbe ähnelt dem First Flush. Die sogenannten "In-betweens" (Ernte von Mitte April bis Mitte Mai) liegen geschmacklich zwischen der First- und Second-Flush-Ernte.

Übrigens: Die kryptisch anmutenden Zusatzbezeichnungen beim indischen Tee beschreiben die jeweilige Blattsortierung (zum Beispiel „FTGFOP1“). Sie sind nur zum Teil standardisiert und sagen bedingt etwas über die Qualität des fertig produzierten Tees aus. Als Faustregel gilt: je mehr Buchstaben, desto höher die Anforderungen an die Sortierung.

Bei der Zubereitung von Darjeeling Tee gelten ähnliche Empfehlungen wie für hochwertige grüne Tees. Am besten kommt er pur zur Geltung, ohne Milch, Zitrone oder Zucker. Insbesondere in Regionen mit sehr kalkhaltigem Wasser empfiehlt sich ein Wasserfilter, um das volle Teearoma genießen zu können. Das Wasser sollte beim Aufguss nicht mehr kochend heiß sein, besser ist eine Temperatur um 95°C. Zu lange Ziehzeiten lassen den Darjeeling schnell bitter werden, weshalb er nicht länger als 3 Minuten ziehen sollte. Ideal ist die frische Zubereitung in der Tasse. Bei längerer Aufbewahrung in einer Kanne, insbesondere auf einem Stövchen, verliert der Tee seine geschmackliche Brillanz und wird zudem dunkler und kräftiger.

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