Tee aus Japan

Das Kaiserreich Japan hat nach China die älteste Teekultur der Welt. Auf der Insel werden fast ausschließlich Grüntees kultiviert und der allergrößte Teil auch dort getrunken: Nur ca. 3% des japanischen Tees werden exportiert was diesen Tee auch gerade hier in Europa so besonders (teuer) macht.

Die japanischen Grundsätze Funktion, Einfachheit, Harmonie und Ordnung finden sich auch in den Teegärten wieder und lassen diese wie wunderschön gepflegte Ziergärten wirken. Der Tee wird nur in den Monaten Mai bis September geerntet. Die besten Qualitäten erhält man von Mai bis Mitte Juni. Im Winter werden die Gärten mit Warmluftventilatoren gegen den Frost geschützt.

Grüner Tee aus Japan steht für Qualität und Genuss. Als Faustregel gilt: Je dunkler das Grün der Teeblätter, desto hochwertiger ihre Qualität. Der Bancha ist in Japan der Alltagstee. Er hat einen niedrigen Teeingehalt und ist reich an Gerbstoffen, weshalb er dort gerne nach dem Essen zur Verdauungsförderung getrunken wird. Der Sencha ist der mit Abstand beliebteste Tee Japans, sein Geschmack variiert je nach Region und Verarbeitung von herb-frisch bis leicht süßlich. Der Gyokuro  gilt aufgrund seines hocharomatischen und sanften Geschmacks als der hochwertigste grüne Tee aus Japan. Er gehört zu den teuersten Grünteesorten der Welt.

Die Herstellung japanischen Grüntees unterscheidet sich sehr stark von der Produktion in anderen Ländern. Das besondere Verfahren wurde im 18. Jahrhundert entwickelt und wird bis heute angewendet. Im Gegensatz zur Erhitzung der Teeblätter in Woks oder großen Trommeln verwendet man in Japan Wasserdampf, um die Oxidation zu stoppen. Durch diese schonende Behandlung schmeckt der japanische Tee besonders aromatisch und frisch, die zarten, süß-herben Geschmacksnoten der Teeblätter kommen stärker zur Geltung.

Vier große Gebiete widmen sich dem Teeanbau und der Teeproduktion in Japan: Kyoto, Kyushu, Shizuoka und die kleineren, benachbarten Regionen Nara und Mie. In der Präfektur Kyoto wurde der erste Tee in Japan kultiviert. Im zwölften Jahrhundert wurden um die Stadt Uji die ersten Teepflanzen ausgebracht. Heute werden in den wettergeschützten Lagen um Uji ausschließlich hochwertige Teesorten angebaut, vor allem der Gyokuro und der Matcha Tee aus dieser Region sind bekannt. Die Präfektur Shizuoka an der Pazifikküste ist das größte Anbaugebiet und weist ein relativ raues Klima auf. Der Tee aus diesem Gebiet ist gehaltvoller und zeigt ein komplexeres Geschmacksprofil. Die Insel Kyushu liegt ganz im Süden Japans. Die Teepflanzen, die dort im subtropischen Klima wachsen, können für alle Teesorten verwendet werden. Die am Pazifik gelegenen Regionen Nara und Mie sind eher unbekannt. Hier wird in den unteren Höhenzonen hauptsächlich Tee für die Produktion von Bancha und Sencha angebaut. Alle Anbauregionen in Japan eint die relative Nähe zum Meer: auf der schmalen Insel ist man nie weiter als 150 km vom Meer entfernt. Die jodhaltige Meeresluft trägt somit viel zum Charakter des Japan-Tees bei. 

Tags: Gyokuro, Japan

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